Mit 20 Radierungen von Marc Chagall

»Satirisch großartiges Portrat einer Gesellschaft lebender Gespenster.« Hellmuth Karasek, 33 Bücher, die Sie lesen müssen

Der Roman
 
Die virtuos erzählte Geschichte eines abenteuerlichen Coups: Pawel Iwanowitsch Tschitschikow fährt über Land und tätigt unglaubliche Geschäfte...

Auf seiner Fahrt durch Russland macht er verschiedenen Gutsbesitzern seine Aufwartung und versucht, sie zu überreden, ihm eine Liste derjenigen Leibeigenen zu überlassen, die seit der letzten fiskalischen Erhebung gestorben sind. Zum großen Erstaunen der Beteiligten hat er dafür Verwendung!
Was er allerdings damit vorhat, erfährt auch der Leser erst allmählich. Aus diesem wunderlichen Sujet erwächst eine surrealistische Bildergalerie von grotesken Charakteren und unvergesslichen Sonderlingen.
 
Die „Toten Seelen“, eines der originellsten Bücher der russischen Literatur und fest verankert im Kanon der Weltliteratur, fasziniert als burleskes Sittengemälde Rußlands. Der virtuose Stil, der phantasievolle, überbordende Erzählfluß und der kühne Aufbau des Werks machen die Lektüre des Romans zu einem unvergesslichen Erlebnis.
 
Der Autor

Nikolai Gogol (1809-1852), gebürtiger Ukrainer, Autor von erzählender Prosa und Theaterstücken. Sein Roman „Tote Seelen“ erschien 1842. Gogol gehört zu den Wegbereitern der Moderne in Russland, was auch im viel zitierten Satz deutlich wird, der Dostojewski zugeschrieben wird: „Wir sind alle aus Gogols Mantel gekommen.“
 

Gogol | Zitat Mann
Die Übersetzerin

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Verlagslektorin/Redakteurin arbeitet Vera Bischitzky (geb. 1950) seit 1981 als freiberufliche Übersetzerin und Lektorin/Redakteurin.

Bei Artemis & Winkler erschienen Neuübersetzungen zahlreicher Erzählungen und Dramen von Anton Tschechow (Die Dame mit dem Hündchen u.a. Erz., vier Bände, 2003/2004; Der Kirschgarten; Onkel Wanja; Über die Schädlichkeit des Tabaks, 2006).
 
Kommentar zur Neuübersetzung von Vera Bischitzky
 
»Wie kompliziert die formale Seite der Werke Gogols ist, kann man leicht sehen, wenn man versucht, auch nur einige Zeilen eines beliebigen Werks von ihm adäquat in eine beliebige Sprache zu übersetzen“, so der Slawist Dmitrij Tschizewskij.
Gogol scherte sich nicht um sprachliche Fehler, die ihm unterliefen und auf die ihn Zeitgenossen hinwiesen, auch mischte er immer wieder russische mit ukrainischen Sprachelementen. Soll und kann dies in eine andere Sprache übertragen werden? Und wie geht ein Übersetzer mit all den Tautologien um, die den deutschen Leser mitunter befremdlich anmuten?

Was ist zu tun angesichts Gogolscher Sprachschöpfungen, die (so Tschizewskij) „überhaupt keiner Sprache eigen sind“ und mitunter nur der Verzierung dienen oder eine rätselhafte Aura schaffen sollen? Wie den lyrischen Ton bewahren, die Rhythmik oder das halbgebildete Stammeln eines russischen Provinzbeamten, welche Äquivalente für exotische Speisen finden?

Diese und viele andere Übersetzungsprobleme lassen sich nur in einem unendlich langsamen Annäherungsprozeß lösen, der die Schrift-und Lautgestalt des Textes in gleicher Weise berücksichtigt - denn Gogol war auch ein begnadeter Vorleser seiner Werke.

Die Neuübersetzung

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