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Buch der Woche
Laurence Claes / Walter Vandereycken
Schmerzen gegen den Schmerz
Selbstverletzendes Verhalten verstehen und bewältigen.
Laurence Claes / Walter Vandereycken: Schmerzen gegen den Schmerz
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Besprochen & prämiert
Der Titel
»Kleine Sakramentenlehre«
wurde von
Buch-auslese
ausgewählt und prämiert.
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Hardcover
Neuausgabe
Format 14 x 22 cm
136 Seiten
mit schwarz-weiß-Zeichnungen
2012
lieferbar
ISBN: 978-3-8436-0166-5
€ 14,90*
Marie-Thérèse Schins
Ich übe für den Himmel
Eine Geschichte vom Leben, von der Freundschaft und vom Tod
Illustriert von Isabel Pin

Ishas Eltern heißen nicht Mama und Papa, sondern Mammamoma und Pappapipo – denn sie sind Krankenhausclowns auf einer Kinderkrebsstation. Auch Isha möchte später einmal Krankenhausclown werden. Manchmal darf sie mitkommen, wenn ihre Eltern den Kindern ihre Show vorführen. Dabei lernt sie Tommy kennen, der einen Gehirntumor hat. Als ihre Eltern eines Tages ins Krankenhaus gerufen werden, weil es Tommy schlecht geht, steht plötzlich auch Isha vor ihrem ersten Auftritt. Dabei begegnet sie nicht nur zum ersten Mal dem Tod. Sie erfährt auch, wie viel Kraft in der Freundschaft steckt und wie schön es ist, sich nicht nur gemeinsam freuen, sondern auch gemeinsam weinen zu können.

• sensibler Umgang mit dem Thema: Kinder begegnen dem Tod
• hilft Kindern, den Tod und ihre Gefühle der Trauer besser zu verstehen



BUCHBESPRECHUNG
Interview mit M. Schroeter-Rupieper

Besprechung des Buches im Domradio Köln



LESEPROBE
Mama sagte mir, dass Tommy sich so gefreut habe, weil ich gekommen bin. Wenn ich es schaffe, solle ich mit in sein Zimmer gehen, sie und Papa wären doch bei mir.
Da habe ich zu mir gesagt, lieber Mut, komm bitte zum Vorschein. Plötzlich konnte ich es und bin mit meinen Eltern zu Tommy gegangen, um noch einmal Abschied zu nehmen. Vor der Tür war meine Angst aber noch so riesig wie ein Elefant.
Tommys Eltern hatten ihm Eddies Blumenstrauß in die gefalteten Hände gelegt und den Verband von seinen Armen abgenommen. Die Federn aus dem Verband lagen neben seinem Gesicht auf dem Kopfkissen. Tommy sah sehr schön aus.
Ich wollte gar nicht glauben, dass er nicht mehr atmete, nie mehr. Nie mehr sprechen, nichts mehr hören, sehen, fühlen und riechen würde.
Seine Augen war zwar geschlossen, aber er strahlte trotzdem über das ganze Gesicht. Ich durfte ihn anfassen und habe sein Gesicht gestreichelt. Es war noch warm und fühlte sich sehr weich an.
Er trug seine Snoopy-Kappe mit den Federn dran und die große Feder auf seinem Herzen war auch noch da.
Nur, jetzt war Tommy für immer ruhig am ganzen Körper. Kein Augenzwinkern mehr, kein kleines Wedeln mit den Händen.
Ich glaubte fest daran, dass er mir vielleicht doch noch ein Zeichen geben würde. Da hörte ich seine Stimme. Ich war mir ganz sicher, dass er zu mir sagte: »Ich bin angekommen, Isha. Es ist hier genauso, wie ich es dir gesagt habe. Lebe wohl!«
Aber das habe ich für mich behalten, dass Tommy zu mir gesprochen hat. Vielleicht hat er zu den anderen im Zimmer auch noch etwas gesagt.
Mein riesengroßer Angstelefant war zu einem kleinen Babyelefanten zusammengeschrumpft. Draußen im Flur habe ich furchtbar geheult und Mama und Papa weinten auch, nur nicht so laut wie ich. Mir war es egal und hinterher fühlte ich mich ein bisschen besser. Es war so schrecklich und traurig. Es war alles so neu und so verwirrend für mich. Aber es war auch schön. Weil Tommy schön war und nur noch ein kleiner Angstelefant neben mir stand. Aber der gehört zum Totsein dazu, denke ich.
 
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