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Laurence Claes / Walter Vandereycken
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Broschur
Format 24 x 16,6 cm
282 Seiten
1994
lieferbar
ISBN: 978-3-545-23124-5
€ 46,00*
Anton Vögtle
Der Judasbrief / Der zweite Petrusbrief
EKK XXII
Herausgegeben von Joachim Gnilka, Hans-Josef Klauck, Ulrich Luz u.a.

Die bis heute kontroverse Identifizierung der vom Judasbrief bekämpften Dissidenten erfordert eine sehr eingehende Textbefragung. Als am ehesten begründbar befürwortet der Kommentar die Hypothese, daß schon die Kontrahenten des Judasbriefes den Glauben an die Parusie Christi, konkreter: die überlieferten Parusieankündigungen verwarfen.

Keine hinreichenden Anhaltspunkte finden sich für die Klärung der Frage, womit sie dies über ihre Beanspruchung des Pneumabesitzes hinaus begründeten. Der Kommentierung des Judasbriefes folgt die des 2. Petrusbriefes. Das ist bedingt durch den detailliert begründeten Umstand, daß sich der spätere Verteidiger des Parusieglaubens vom Judasbrief zu seinem Argumentationsverfahren mit altbiblischer Real- und Verbalprophetie inspirieren ließ und er jenen ebenso frei wie ausgiebig benutzte.

Es hat sodann seine guten Gründe, daß er sich - wie schon sein Vorgänger - zur Widerlegung der Parusiespötter auf die Zitierung und direkte Verteidigung der Parusieverheißungen Jesu und/oder der Apostel nicht einließ. Im Unterschied zu jenem läßt er die „Pseudolehrer“ aber ausdrücklich die Nichterfüllung der Naherwartung und den Fortgang des natürlichen Weltgeschehens als konkrete Gegenargumente anführen.

Als strittige Einzelpunkte seien erwähnt: die Frage nach dem gnostischen (oder doch zur Gnosis tendierenden) Charakter der Opponenten beider Briefe, nach der Begründung ihres präsentischen Heilsverständnisses, nach der Bewertung des formellen Zitates aus dem „apokryphen“ Henoch (Jud 14f), sodann die disparate Auslegungs- und Wirkungsgeschichte von 2 Petr 1,4b, der die christlichen Konfessionen seit der Reformationszeit noch mehr bewegende Streitpunkt, was sich aus 2 Petr 1,20f für die Frage, wer zur Auslegung „der Schrift“ berechtigt ist, erschließen läßt und was nicht, des weiteren die Frage, welche theologische Relevanz die exorbitanten kosmologischen Aussagen von 2 Petr 3,5-13 im Rahmen der übrigen neutestamentlichen Aussagen zum Endschicksal der außermenschlichen Schöpfung beanspruchen können.

Schließlich befaßt sich ein Exkurs mit dem gemeinplatzartigen Verdikt, der 2. Petrusbrief lasse die christologische Orientierung (der apostolischen Eschatologie) vermissen und ersetze diese durch eine anthropologisch orientierte Vergeltungslehre.
 
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